Verkehrs- und Verschönerungsverein Oberbuchsiten
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Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat 1951 die Initiative übernommen, dem wohl berühmtesten Oberbuchster,  Johann Lüthi, ein Denkmal zu schaffen. Unter Mitwirkung aller Dorfvereine wurde im August 1952 das "Rigi-Fest" durchgeführt. Bei diesem Anlass wurde der Lüthi-Gedenkstein enthüllt.

Auch in Weggis, mit dessen Vertretern der VVVOB Kontakte pflegte, steht seit 1958 zur Erinnerung an Johann Lüthi ein Brunnen mit Gedenkstein.

Das bekannteste Vermächtnis von Johann Lüthi ist das beliebte Rigilied "Vo Luzärn gäge Wäggis zue"

Für eine Hörprobe des Rigiliedes - Quelle Youtube.com   Hier klicken







Das Leben des Johann Lüthi (1800 - 1869)
(Erzählung von A. L. Gassmann, Nov. 1904)

Johann Lüthi erblickte am 6. Dezember 1800 in Oberbuchsiten das Licht der Welt. Seine Vorfahren waren nicht gerade mit Glücksgütern gesegnet. Sie taglöhnten und erwarben sich nebenbei manchen schönen Batzen durch Aufspielen zum Tanze. Der kleine Johann wuchs heran und machte bald überall mit. Schon als 12-jähriger Knabe konnte er mit seinem Vater an die Festlichkeiten einer ersten Messe. Das Mittagsmahl war eben vorüber. Die geistlichen Herren ermunterten den vergnügten Knaben, irgend ein lustiges Liedchen zum besten zu geben. Erst widersetzte er sich, dann trat der listige Guck-in-die-Welt herzhaft in den Saal hinaus und sang spontan und keck ein scherzhaft-freches Liedchen über die Pfarrherren. War das ein Gelächter! Er wurde mit Esswaren und Schleckereien überhäuft und als er am Abend nach Hause kam, war der kleine Balg zum Held des Tages geworden.

Herangewachsen, wurde der schon bekannte Musikus Militärtrompeter bei der Solothurner Infanterie unter Oberst Tugginer. Je nach Bedürfnis blies er Flügelhorn oder Trompete. Er und sein Freund Kölliker waren die Besten der Bataillonsmusik. Zurückgekehrt übernahm er in Oberbuchsiten, Kestenholz und anderen Ortschaften die Instruktion der Dorfmusiken. Fast überall erzielte er gleich vorzügliche Resultate. Inzwischen war Lüthi auch ein ausgezeichneter Klarinettenspieler geworden. Tagsüber arbeitete er am Webstuhl oder half den Bauern in den Landarbeiten aus. Als guter Sänger und Dirigent leitete er in seiner Heimatgemeinde, später an verschiedenen Orten wie in Oberbipp und im Schwarzbubenland die gemischten Chöre.

Eine bedeutende Einnahmequelle hatte er im Tanzaufspielen. Während Jahrzehnten unterhielt er eine weitherum bekannte Fünfermusik. Neben althergebrachten Tänzen spielte seine
Kapelle auch unzählige eigene Melodien. Kam die Fastnacht ins Land, so hatte Lüthi im Webkeller drunten kein Sitzleder mehr. Da musste etwas gehen. Mehr als vierzig Jahre stand er im Dorf an der Spitze aller dieser Vergnügungen. So gingen seine Lebensjahre dahin.

Lüthi war auch verehelicht. Dieser Verbindung entsprossen zwei Söhne: August und Adolf, sowie eine Tochter: Franziska. Wenn Johann Lüthi im wechselvollen Leben nicht immer vom Glück begünstigt war und ihm irdischer Reichtum versagt blieb, so hatte er doch zeitlebens ein frohes, heiteres Gemüt und ein volles Mass von Genügsamkeit. Diese waren es, verbunden mit einer reichlichen Portion Mutterwitz, welche den alternden Lüthi recht eigentlich zum Original prägten.

Zum letzten Mal musizierte er im November an einem Tanzsonntag im „Bären“ in Aarburg. Dort holte er sich eine heftige Erkältung und wenige Tage darauf, am 11. November 1869, starb der landauf und landab bekannte Gäuer Musikus an einer Lungenentzündung. Der Himmel war um einen lustigen Musikanten reicher geworden und das Gäu um ein Original ärmer.